Du warst nun schon lange genug hier!

Ich dachte heute über das Volk Israel nach. 40 Jahre lang quälten sie sich durch die Wüste – obwohl sie die Strecke von Ägypten zum „gelobten Land“ in etwa 11 Tagen hätten schaffen können. Was hat sie zurückgehalten? Warum haben sie sich dermaßen verrannt? Und warum sollten wir uns nicht über sie wundern?

desertDie Israeliten hatten ein großes Glaubens- und Vertrauensproblem. Immer gab es etwas daran auszusetzen, was Mose in Gottes Auftrag sagte. Schlussendlich hatten sie keine Perspektive mehr. Ihre Gedanken hingen dem „Gestern“ hinterher, sie sehnten sich nach den „Schätzen Ägyptens“, dem guten Essen und fruchtbaren Land. Klar, dass aus der Perspektive einer trockenen, toten Wüste das alte Leben besser erschien. Aber um es klarzustellen: Sie hatten sich selbst in diese langwierige Lage gebracht und machten Gott nun dafür verantwortlich, dass es ihnen so schlecht ging. Er wollte sie schnell durchführen, sie vertrauten ihm aber nicht.

Wir müssen unsere Denkweise ändern.

Dabei sollten wir uns nicht über das Volk wundern: Wir verhalten uns oft genauso. Statt Fortschritte zu machen, drehen wir uns unser Leben lang im Kreis. Wir brauchen Jahre, bis wir etwas überwunden haben, obwohl es viel schneller erledigt sein könnte. Manche kommen aus Gewohnheiten, die sie sich angefressen haben, gar nicht mehr heraus und sterben sogar in dieser „Wüste“ – in der Tat waren es über 600.000 Israeliten, denen es so erging. Allen bis auf zwei Männer, die mit ihren Familien ins gelobte Land kommen durften, weil sie Gott vertraut hatten.

Plötzlich sprach Gott zu ihnen (5. Mose 1, 6): […] Ihr seid lange genug an diesem Berg gewesen!

Wir müssen unsere Denkweise ändern. Wir müssen endlich glauben, dass Gott meint, was er sagt, und dass sein Wort die Wahrheit ist. In Matth.19, 26 heißt es, dass bei Gott alle Dinge möglich sind. Er will, dass wir ihm vertrauen, dann kümmert er sich um den Rest. Und dann sagt er zu dir und zu mir genau das gleiche, das er zum Volk Israel gesagt hat: Du bist jetzt lange genug hier gewesen!

Bist du nicht auch in deinem Leben lange genug um die gleichen Berge herumgelaufen? Ich schon. Ich weiß, dass ich nur mit Gottes Hilfe vorwärts komme, denn alleine schaffe ich den Aufstieg nicht. Von oben sehen meine Probleme eh viel kleiner aus. Setzen wir unser Vertrauen auf ihn – legen wir unsere Wüstenmentalität ab!

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