Gott geht All-In – und wartet auf deine Reaktion

Wie würdest du reagieren, wenn du mit 18 erfährst, dass jemand dir schon vor deiner Geburt alle nötigen Mittel bereit gestellt hat, um ein sorgenfreies Leben zu führen? Wenn du praktisch vom Notar gesagt bekommst, dass du ab sofort auf ein fast unbegrenztes Kontingent an Geld zugreifen kannst, um ein tolles Auto, ein spitzenmäßiges Haus und die bestmögliche gesundheitliche Versorgung zu besitzen, die man sich leisten kann? Würdest du dieses „Geschenk“ annehmen? Nehmen wir an, du tust es, was dann?

Als erstes würde eine unglaubliche Freude eintreten. Als zweites, so denke ich, wird dein Charakter offenbar werden. Wenn du jetzt so viele Möglichkeiten hast, eine Menge Geld auszugeben, wofür wirst du es einsetzen? Wirst du es klug verwalten oder einfach nur verprassen? Wirst du es für dich selbst einsetzen oder andere daran teilhaben lassen? Das ist eine Frage des Charakters.

Was ich heute in der Bibel gelesen habe, hat mich an diese Frage denken lassen. Es hieß dort wörtlich in 2. Korinther 7,1:

So groß sind also die Zusagen, die Gott uns gemacht hat, liebe Freunde! Deshalb wollen wir uns von allem fern halten, was uns in unseren Gedanken und in unserem Tun beschmutzt, und wollen in Ehrfurcht vor Gott ein durch und durch geheiligtes Leben führen.

Bevor wir geboren wurden, hat Gott Geschenke vorbereitet. Dinge, die wir nicht verdient haben – niemand von uns. Irgendwann erfahren wir davon, auf welche Weise auch immer (vielleicht erfährst du es gerade durch diesen Beitrag hier). Das Geschenk, das er uns macht, ist eine Beziehung zu ihm als dem ewigen Schöpfer, der uns liebt und weiß, was gut für uns ist. Die Auswirkung, wenn man dieses Geschenk annimmt, ist ein neues Leben, das sich vom alten Leben maßgeblich unterscheidet – und zwar in einem geänderten Charakter:

In einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus wünsche ich mir, immer mehr so zu werden, wie er ist. Nicht vollautomatisch natürlich, denn ich habe immer noch alle meine Fehler und Probleme – und dennoch entsteht beim Lesen der Bibel und beim Ansehen des Vorbilds, das Jesus uns dagelassen hat, ein ganz bestimmter Wunsch: So zu werden wie er.

Wer die Bibel dann weiter liest und tiefer in die „Geheimnisse Gottes“ vordringt, erfährt immer mehr von den Eigenschaften dieses Geschenkes, das er uns gemacht hat. Spätestens im Hebräerbrief (nachdem man alle anderen Briefe vorher gelesen hat) wird deutlich, wie groß Gottes Gnade für uns gewesen ist. Er hat das, was ihm am Wertvollsten war (nämlich seinen Sohn), für uns geopfert, bevor überhaupt sicher war, ob wir dieses Geschenk annehmen würden. Gott ist damit voll auf Risiko gegangen und hat „All-In“ gesetzt.

Gott geht All-In – und jetzt bist du am Zug

Du kannst natürlich aussteigen. Jede Annahme eines Geschenkes ist auch in gewisser Weise eine Herausforderung, besonders dann, wenn man die Person noch nicht kennt, die einem dan Geschenk macht. Was wird drin sein im Paket? Wird es mir gefallen? Oder werde ich enttäuscht sein? Es ist zwar ein Geschenk – aber ist es vielleicht doch an eine Bedingung geknüpft?

Und bei all diesen Gedanken machen viele dann einen Rückzieher und sagen „Nee, lass mal, ich brauch‘ das nicht, kann mir alles selbst besorgen was ich benötige!“ Spätestens wenn jemand dann den ultimativen Jackpot auspackt und sich ab dann keine Sorgen mehr machen muss, wird deutlich, wie lächerlich die Aussage und die Ablehnung des Geschenkes war. Meistens ist dann jedoch der Stolz so groß, dass man den eigenen Fehler nicht zugeben möchte…

Aber nehmen wir an du hast das Geschenk angenommen und erkannt wie wertvoll es ist. Dann kommt wieder die Charakterfrage: Wie gehst du damit um? Paulus gibt uns dazu eine klare Anweisung: Man kann als Reaktion Dankbarkeit und Liebe zeigen. Gott hat uns nicht nur eine Currywurst mit Pommes geschenkt, an die man morgen nicht mehr denkt. Vielmehr sind wir hoffnungslos verloren, im „Todestrakt“ sozusagen, und das nicht unschuldig. Und sein Geschenk liegt darin, uns auszutauschen gegen einen anderen. Es ist die Dankbarkeit und vielleicht auch teilweise das Unverständnis für so eine Tat, die man verspürt, wenn man aus dem dunklen Loch kommen darf und wissen kann: „Unglaublich – ich bin frei!“

An eine solche Tat erinnerst du dich morgen noch. Und auch in zehn Jahren. Wenn du verstanden hast, was Gott da getan hat, wirst du dich bei jedem Lächeln deiner Kinder, die noch kommen werden, daran erinnern. Bei jedem neuen Jahr, das anbricht und das du erleben darfst, wirst du an die Gnade denken, die du geschenkt bekommen hast.

Und aus diesem Wissen heraus wirst du dein Leben plötzlich anders gestalten wollen – wenn die Sache mit deinem Charakter geklärt ist (es gibt leider immer noch genügend begnadigte Todeskandidaten, die ihr Leben in Freiheit nicht schätzen). Und genau das ist es, was Paulus sagt:

So groß sind also die Zusagen, die Gott uns gemacht hat, liebe Freunde! Deshalb wollen wir uns von allem fern halten, was uns in unseren Gedanken und in unserem Tun beschmutzt, und wollen in Ehrfurcht vor Gott ein durch und durch geheiligtes Leben führen.

Gott ist All-In gegangen. Nicht, um dich abzuzocken. Das geniale daran ist ja: Du kannst nur gewinnen. Gehst du mit?

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