Jeder von uns ist Investor. Die Frage ist: In was investierst du?

„Was passiert mit deinem SEO, wenn du urplötzlich aufhörst, zu bloggen?“ wollte ein Blogger wissen und machte das Experiment. Er, der sonst jede Woche mehrere Beiträge zu verschiedenen Themen publizierte, hörte einfach mal auf, um zu erfahren, wie dieser Bruch sich auf seine Besucherzahlen und seinen Umsatz, den er mit seiner Website erwirtschaftete, auswirken würde. Nach 10 Monaten stellte er natürlich fest, dass sein Gewinn einbrach – und fing wieder wie wild an, all seine Zeit und seine Fähigkeiten darauf zu setzen, in den Kreislauf zu gelangen, der ihm seinen ursprünglichen Gewinn erlaubte. Das brachte mich zum Nachdenken: Wo sammle ich meine Schätze?

 In diesem Zusammenhang ist mir ein Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium eingefallen. Da heißt es in Mt.6, 20:

»Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. Sammelt euch stattdessen Reichtümer im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo auch keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Reichtum ist, da wird auch dein Herz sein.«

Ich habe das Leben des Bloggers mit meinem verglichen. Als Selbstständiger arbeitet man ständig – das ist richtig. Die Gedanken sind dann nicht sehr frei, weil sie sich um das eine Thema drehen: Wie versorge ich mich und meine Familie weiterhin? Wo baue ich das nächste Projekt auf? Mit wem muss ich mich kurzschließen, um den nächsten Schritt gehen zu können? Welches Investment muss ich tätigen, um langfristig gut positioniert zu sein? Gibt es etwas, das ich beenden muss, weil es mich nur Zeit kostet und nicht weiterbringt?

Auch als Angestellter kann man das nachvollziehen, vor allem wenn der Druck in der Firma zunimmt, man sich profilieren muss, und nach dem Aufstieg strebt. Aber was machen wir im Grunde genommen, wenn wir das tun? Wir hoffen, uns eines Tages gut positioniert zur Ruhe setzen zu können und das Leben zu genießen. Mancher früher, der andere später. Ich will das natürlich besonders früh tun, ist ja klar. Aber ich weiß: Es liegt nicht in meiner DNA. Ich bin ständig auf Achse und will etwas bewegen. Nur: Wer immer auf Achse ist, versäumt die Ruhepausen, die das Leben erst auch lebenswert machen.

Eine weitere Gefahr ist, dass jemand, der ständig auf Achse ist, die Stopp-Schilder und Gefahren in seinem Leben nicht mehr richtig erkennt. Er rauscht einfach vorbei und merkt nicht, dass sein Leben aus mehr als nur aus dem Hier und Jetzt besteht. Wer nur den Reichtum im Hier und Jetzt sucht,  verliert die bedeutendste Anlage: Reichtum im Himmel. Wenn ich mir heute ein neues Mini Cabrio leiste, wird das schicke Gefährt in spätestens 10 Jahren Schnee von gestern sein. So geht es mit allem, was ich kaufen kann, je nach Lebensdauer.

Ich will dich ermutigen, dir Gedanken über das Zitat von Jesus zu machen. Wenn es einen Himmel gibt (und das steht für mich außer Frage), wäre es dann nicht einen Gedanken wert, dort zu investieren? Die Rendite ist unglaublich hoch. Petrus, einer der Freunde von Jesus, wollte wissen, ob es sich lohnt, in eine Beziehung mit Jesus zu investieren und daran zu glauben:

Da sagte Petrus zu Jesus: »Du weißt, wir haben alles zurückgelassen und sind dir nachgefolgt.« Jesus erwiderte: »Ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker zurücklässt, bekommt alles hundertfach wieder: jetzt, in dieser Zeit, Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker – wenn auch unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben.« (Mt.10, 28-30)

Entweder war Jesus ein Hochstapler – oder er sagt die Wahrheit. Die Frage ist: Glaubst du daran?

Wie investiert man in den Himmel?

Ich kann dir diese Frage nicht umfänglich beantworten, aber es gibt auch hier eine klare Ansage von Gott selbst: Zunächst einmal geht es nicht darum, gute Werke zu tun. Viele denken, das es so funktionieren würde: Schlechte Werke auf der Waagschale links, gute Werke rechts davon. Wenn die guten Werke überwiegen, hat man profitabel investiert. Das ist Unsinn. Natürlich sollen wir freundlich, nett, hilfsbereit und das alles sein – aber dein Startkapital heißt „Glaube“ – so sagt es Jesus in Johannes 6,47:

»Ich versichere euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.«

Glauben bedeutet in diesem Falle natürlich mehr als „Ich glaube, dass morgen die Sonne scheint.“ Glaube bedeutet, radikal umzudrehen und zu sagen: „Bisher habe ich darauf vertraut, ein guter Mensch zu sein und eines Tages – sollte es so etwas wie den Himmel geben – als ganz gut dazustehen. Heute weiß ich, dass selbst die kleinste Sünde mir mein Investment zerstört. Daher vertraue ich nicht mehr auf mich und meine Fähigkeiten, sondern setze meine Hoffnung auf den, der am Kreuz etwas geschafft hat, was niemand vor und nach ihm konnte: Sünde ein für allemal zu bezahlen, indem er mir als fehlerloses Opfer den Weg zu Gott freigemacht hat. Aus diesem Wissen heraus richte ich mein Leben heute ganz anders aus.“

Dieses Startkapital wird helfen, weiteren Reichtum im Himmel anzusammeln. Der Blogger von oben hört zwischendrin auf und merkte, wie sein Kapital schwand. Das ist im Himmel nicht der Fall. Nichts wird vergessen, nichts verschwindet. Es hat Ewigkeitswert. Zudem skaliert es unglaublich, denn Jesus spricht diese Verheißung aus:

»Gebt, und es wird euch gegeben werden. Ein volles Maß wird man euch in den Schoß schütten, ein reichliches Maß, bis an den Rand gefüllt und überfließend. Denn das Maß, das ihr verwendet, wird auch bei euch verwendet werden.«

Jeder von uns ist Investor. Jeder von uns sät einen Samen aus. Die Ernte wird kommen, der Exit auch. Auf was hast du gesetzt?