Schon vor Tagesanbruch schreie ich zu dir…

geschrieben von Albert Brückmann am 21. Januar 2015 in Stille Zeit | Druck-Ansicht | Präsentation

Ich bin frustriert, weil ich es einfach nicht schaffe, frühmorgens aufzustehen. Wie oft habe ich es versucht, mit allen Mitteln. Mittlerweile weckt mich nur noch die Pebble an meinem Arm mit einem Vibrationsalarm, denn ich kann mir keinen lauteren Wecker erlauben: Vom Weckton würden meine Kinder wach werden, und ich hätte nichts davon, früh aufzustehen. Den Vibrationsalarm höre ich dann kaum und drücke ihn schlaftrunken weg, bis ich wieder zu spät aufwache.

Ich bin jemand aus der Medien- und Computerbranche. Das ist gleichzeitig ein Statement ans frühe Aufstehen: Wir haben es nicht so sehr mit früh wach werden, weil wir abends eher länger arbeiten, noch Statusmeldungen verfassen oder Tweets lesen. Dabei wird es dann meistens mindestens kurz vor 12 Uhr – und dann war’s das mit automatischem Aufstehen um 6 (oder gar 7), weil man das einfach nicht gewohnt ist.

Oft, wenn ich dann statt eines Weckers eines meiner Kinder rufen höre, bin ich schon vor dem Aufstehen genervt. Weil sie es vor mir schaffen, wach zu sein. Weil ich dann keine Zeit habe, richtig wach zu werden. Weil der Tag mich dann aus dem Bett reißt, ich mich mit hungrigen Mäulern beim Frühstückstisch auseinander setzen muss und garantiert nicht den Hauch einer Chance kriege, morgens für mich die Bibel zu lesen. Seltsamerweise reicht es aber für die Tageszeitung, die dann auch noch irgendwie auf dem Esstisch untergebracht wird.

Dann hetze ich, weil ich sowieso schon zu spät dran bin. Weil ich Johnny in den Kindergarten fahren muss und mir dabei auch noch Zeit draufgeht. Und ehe ich mich versehe, ist es kurz vor zehn, bis ich dann im Büro angekommen bin. Dort werde ich, kaum dass ich angekommen bin, mit Telefonaten und E-Mails überschüttet, zwischendurch klingelt jemand an der Tür, weil ich mein Auto wieder wegfahren muss… und vor Mittag bin ich innerlich so aufgewühlt, dass ich beim Essen einfach nur meine Ruhe will – und dann geht es wieder los mit den hungrigen Mäulern…

Jedes Mal sage ich mir dann: Ab Morgen ist Schluss damit – ich muss meinen Tag echt anders beginnen. Ich muss es mir selbst gönnen, morgens ruhig zu starten. Koste es was es wolle. Dann mache ich mich um 22.30 fürs Bett bereit, zwinge mich auch, das Smartphone um 23 Uhr wegzulegen, stelle meine Pebble wieder auf eine frühe Uhrzeit und schlafe dann gegen 23.30 irgendwann ein, nachdem alle Gedanken ausgedacht sind.

Und am nächsten Morgen? Beginnt das Spiel von neuem. Dsssssss…. Vibration weggedrückt, weitergeschlafen. „Paaaaapaaaaa“…. das kannste nicht wegdrücken. Also aufstehen, hetzen, stressen.

Ich hab echt genug davon, dass ich mich selbst nicht dazu bringen kann, Disziplin in den Morgen zu bekommen. Das ist meine persönliche Schwäche, das sehe ich ein. Heute habe ich mal wieder stärker damit gerungen. Und weil’s dann so gut passt, lese ich in meinem Bibelleseplan folgenden Vers, als ich mich auf der Arbeit kurz vor Start nochmal zum Lesen durchringe:

„Schon vor Tagesanbruch schreie ich zu dir um Hilfe, ich setze alle meine Hoffnung auf dein Wort.“

Der Autor des Leseplans gibt im begleitenden Text dann auch zu: „Ich habe Jahre gebraucht, um dahinterzukommen, wie wichtig es ist, den Tag in Ruhe mit Gott zu beginnen, mit seinem Wort, mit einem Dankgebet“…

Das fehlt mir. Gibt es Tipps von eurer Seite? Wie schafft ihr es (falls ihr es schafft – ich will nichts von Leuten hören, die es immer nur versuchen, so wie ich ;-), morgens gut rauszukommen, wenn ihr dazu auch noch Kinder habt? Oder soll ich fragen: Von welchem Planeten kommt ihr, welcher Typ Mensch seid ihr, dass ihr es schafft?

Bin gespannt, ob Hinweise dabei sind, die mir helfen 🙂


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