Suljo Vosseler und das iPad, das nie ankam (Betrug bei quoka und ebay)

geschrieben von Albert Brückmann am 15. November 2014 in Sonstiges | Druck-Ansicht | Präsentation

Kurzzusammenfassung

Suljo Vosseler ist ein Betrüger. Kaufen Sie nichts, was er im Internet anbietet. Weder besitzt er die Ware, noch wird er Sie Ihnen jemals zusenden. Wenn Sie Ihm Geld überwiesen haben, werden Sie dieses wahrscheinlich nie wieder sehen. Gehen Sie bitte umgehend zur Polizei und erstatten Sie Anzeige. Drucken Sie diese Seite samt Kommentaren (siehe unten) aus. Pech für Sie, wenn Sie diese Seite gefunden haben, nachdem Sie das Geld überwiesen haben, Glück für Sie, wenn Sie sich vorher schlau gemacht haben. Ich gehörte zu der ersten Partei. Im Folgenden bei detaillierter Erfahrungsbericht.

Vor etwa 4 Monaten hat sich Suljo Vosseler nach Jahren wieder gemeldet und mir gesagt, er würde seine Schuld gerne wieder gut machen und mir mein Geld zurückzahlen (nach etwa 4 Jahren). Im Gegenzug sollte ich diesen Beitrag entfernen. ich vermutete bereits, dass dieser Artikel ihm schwer zu schaffen machte, fragte ihn aber dennoch, warum er das möchte. Seine Antwort: Er habe sein Leben geändert und mache so etwas nicht mehr und bekäme schlecht einen Kredit bei seiner Bank wegen diesem Eintrag.

Das Interessante dabei ist, dass ich ihm genau dieses Problem prophezeit hatte, als er mich damals über’s Ohr gehauen hat. Er dachte, er sei schlauer.

Ich habe zunächst zugestimmt, dann wollte er mir aber doch nicht die ganze Summe, sondern erst 20% zurückzahlen – ich sollte aber sofort den Beitrag entfernen. Natürlich habe ich mich nicht darauf eingelassen.

Was dann folgten waren erneute Hasstiraden und Beschimpfungen, gepaart mit Bedrohungen. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Das wird sich aber bestimmt bald ändern. Ich gehe davon aus, dass dieser Blog-Post ihm sehr zu schaffen macht und er wieder versuchen wird, ihn irgendwie löschen zu lassen.

Mittlerweile sind wieder einige Monate vergangen. Zum Spaß hatte ich Suljo vor zwei Wochen mal im Google Chat angeschrieben, weil ich ihn online gesehen hatte – was sonst nie der Fall war. Nach unserem letzten Gespräch hatte er sich nochmals bei mir gemeldet und gemeint, er sei jetzt bei der Polizei gewesen und man hätte ihm geraten, sich gütlich mit mir zu einigen. Ich schlug ihm eine monatliche Rate von 20 Euro vor. Sobald diese erste Rate da sei, würde ich diesen Beitrag von der Seite nehmen (aber nicht löschen). Sobald dann die letzte Rate eingegangen sei, würde ich den Beitrag komplett löschen. Er war einverstanden und meinte, er würde morgen gleich zur Post gehen und den erste Betrag überweisen.

So weit so gut. Nur: Natürlich kam nichts. Auf nochmalige Rückfrage, was los sei, sagte er „Keine Ahnung warum das Geld noch nicht da ist – es kommt nicht von meinem Konto sondern von meinem Bekannten, im Verwendungszweck wirst du dann schon ‚iPad‘ sehen. Nach weiteren 7 Tagen war immer noch nichts da. Also beschloss ich, den Beitrag einfach drin zu lassen. Scheinbar hatte er sich damit abgefunden.

Nun, und dann der Google Chat. Seit dem Überweisungs-Versprechen sind 2 Monate vergangen. Ich fragte ihn nochmal kurz, ob er sich damit abgefunden hatte, er antwortet nur knapp „Warte nur, wir sehen uns bald vor Gericht, da werd ich’s dir zeigen!“. Ich hielt das wieder für einen Witz und lachte virtuell. Doch als ich heim kam, lag wirklich ein Brief vom Amtsgericht Tuttlingen im Briefkasten. Ich öffnete ihn etwas unsicher. Im Inhalt wurde ich gebeten, zur Zeugenaussage nach Tuttlingen zu kommen. Als Zeuge im Fall „Diebstahl“, Angeklagter: Suljo Vosseler.

„Und was will er mir dort zeigen?“, dachte ich. Hallo, ich bin ZEUGE, er ist der Schuldige… irgendwas scheint der Kerle nicht zu kapieren. Was kapiert er denn überhaupt??

Als ich mich dann gestern auf den Weg machte und dort ankam, bemerkte ich, dass es nicht hauptsächlich um meinen Fall ging. Suljo hatte während einer Praktikumszeit in einem Lebensmittelladen eine Flasche Bier geklaut. Deswegen auch „Diebstahl“ und nicht „Betrug“. Dennoch wurde ich zur Aussage gebeten.

Die Richterin war eine sehr junge Frau, die mich zuerst belehrte. Während ich zuhörte, konnte ich die Blicke von Suljos Eltern und seiner Betreuerin spüren, die beide anwesend waren, obwohl es eine nicht öffentliche Verhandlung war. Er selbst saß nur gleichgültig da, grinste ab und zu dümmlich und rollte gruselig mit den Augen. Seine Haare waren hochgestyled, die Seiten rasiert. Für seine 17 oder 18 Jahre sah er nicht schwächlich, sondern sportlich aus. Er trug lässige bis schlampige Kleidung und blickte immer nur geradeaus. Nur kurz schaute er mich an, dann aber gleich wieder weg.

Ich berichtete von Anfang an, und ließ nichts aus. Dass ich wirklich um das Geld gekämpft habe und mich bei allen gemeldet habe, die in Frage kamen: Bei seinem Vater, seiner Mutter, sogar bei seiner Betreuerin und bei seiner Sparkasse – und nichts hatte geholfen. Zwischenzeitlich wurden immer wieder die Beweise, die ich damals bei der Polizei abgegeben hatte, hochgehalten, sodass der Staatsanwalt sie sehen konnte.

Als ich fertig war, wurden mir noch einige Fragen gestellt, die ich direkt beantwortete. Ich hatte zum Termin noch ein Blatt Papier mitgebracht. Schlauerweise hatte ich Suljo nämlich vor ein paar Monaten dazu bringen können, mir zu sagen warum er mir das iPad nie geschickt hatte. Seine Antwort damals war (Achtung, schwer zu lesen da Zitat):

also zu den Ipad ich hatte es am Anfang wo ich es dir Verkauft habe doch dann da nach ungefähr 2 Tagen nach deinen Geld eingang ist es mir hingefallen und Kaput gegangen und so konnte ich es nicht mehr schicken dann habe ich versucht dich hinzuhallten bis es Repariert werden kann oder konnte es ging ein Paar Tage gut bis du misstrauisch wurdest was ich auch verstehen kann irgendwann wurdest du sauer und ich irgendwie auch und so hast du das Ipad nicht bekommen

Alles kapiert?

Genau diesen Ausdruck legte ich dem Gericht vor. Auf die Frage, ob Suljo das wirklich geschrieben hatte, nickte er stumm. Dann fragte der Staatsanwalt mich noch kurz, ob ich je eine WIedergutmachung oder wenigstens eine Entschuldigung bekommen hatte. Als ich verneinte, nickte er und meinte: „Danke, keine weiteren Fragen“. Hinter mir hörte ich Suljos Mutter seufzen.

Und das war’s dann auch. Ich bekam meine Papiere unterschrieben, sodass ich mir für den Ausfall und die Fahrt die Kersten erstattet lassen kann. Dann wurde ich aus dem Saal gebeten.

Ich weiß leider noch nicht, welche Strafe er jetzt bekommen hat, aber werde dies höchstwahrscheinlich schriftlich erhalten.

Ich habe die ganze Sache über 2 Monate ruhen lassen. Aufgegeben habe ich es nicht. Die 350 Euro, die Suljo Vosseler (der Betrüger, oder Suljo Saric, wie er sich auch manchmal nennt) mir schuldet, sind nun mal kein kleiner Betrag. Deswegen habe ich mich in den letzten Tagen nochmals auf die Suche gemacht und habe seine richtige E-Mail-Adresse gefunden. Ich habe ihm mitgeteilt, dass sein Name bei Google sehr gut gefunden werden kann – im Zusammenhang mit Betrug. Sicherlich nicht gut für die Laufbahn eines 17-jährigen, vor allem, weil Chefs mittlerweile immer häufiger den Namen der Bewerber bei Google eingeben. Kein Chef wird einen Dieb bei sich einstellen wollen. Sicherlich ein fieser und harter Schritt – aber der Kerl muss einfach lernen.

Er meldete sich dann mit übelsten Bedrohungen und Beschimpfungen bei mir. Er drohte mir, mich und meine Familie aufzusuchen und „vertig zu machen“, wie er schrieb. Dann gab er sich als Mitglied der Black Jackets [4] aus, einer Gang aus Baden-Württemberg, die letztens für eine große Schlägerei auf einem Schulhof gesorgt hat. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt und lag 3 Wochen im Koma, nachdem 22 Leute ihn verprügelt hatten.

Ich sagte ihm, dass ich diese ganz eindeutigen Beiträge (er nannte es Rufmord, ich nenne es „die Wahrheit“) erst entfernen würde, wenn ich mein Geld wiederbekäme. Daraufhin drohte er mir konkret an, mich „am Montag aufzusuchen und mit ein paar Freunden mir das zu geben, was mir wirklich zusteht“.

Ich brach den Kontakt an dieser Stelle ab und stellte diesen Beitrag auf weitere Webseiten ein. Ich denke, dass man vor solchen gewalttätigen und betrügerischen Jugendlichen wie Suljo Vosseler nur warnen kann.

Der Beitrag – wie alles begann

Leute, ich habe mal wieder eine tolle Geschichte parat. Manche lachen ja hier schon, weil sie sich noch an die Geschichte mit dem Verkauf meines Laptops an einen ebay-Käufer erinnern, der mich zwar nicht bezahlen wollte, dafür aber nach Mauritius einlud. Oder an das Brautkleid, das an eine Pastorin in Nigeria gesendet werden sollte [5] (und sich dann herausstellte, dass ein junger Mann hinter der ganzen Geschichte steckte).

Ja, und hier noch so eine Geschichte. Ich war für einen guten Freund auf der Suche nach einem gebrauchten, aber gut erhaltenem iPad 2. Bei quoka fand ich auch eines:

Das iPad2 - guter Deal oder Betrug? [6]

Das iPad2 – guter Deal oder Betrug?

Nun ja, man wurde sich schnell einig bei einem Betrag von 350 Euro. Ich bezahlte vertrauensvoll per Vorab-Überweisung, nachdem ich eine Kopie des Verkäufers Suljo Vosseler angefordert hatte.

Die Überweisung, die nicht bei ihm ankam

Und nun ging der Spaß munter los. Etwa 7 Tage nach der Überweisung war das Gerät immer noch nicht da. Natürlich rief ich an und wollte wissen, ob das Geld eingegangen sei. Suljo meinte, er habe noch nicht nachgesehen, werde dies aber tun. Er sei momentan sehr im Stress, da er bald heirate und alles vorbereiten müsse. Ich wünschte ihm viel Glück und bat ihn, sich bei mir zu melden, wenn er nachgesehen habe. Er bestätigte mir das.

Zwei Tage später hatte ich noch immer keine Antwort. Also rief ich erneut an und bekam zu hören, dass das Geld nicht da sei. Ich war erstaunt, da ich jeden Tag nachgesehen hatte, ob nicht eine Rückbuchung erfolgt sei. Doch die war nie passiert. Das Geld sollte also normalerweise eingegangen sein.

Ich fragte ihn, ob er seine Kontoauszüge einsehen könne und wies ihn auf das Datum hin, wann der Betrag eingegangen sein sollte. Er meinte nur sehr undeutlich, dass er keine Kontoauszüge habe, sondern nur mit seinem Bankberater gesprochen hatte. Dieser hätte ihm versichert, dass kein Betrag mit einer Summe von 350 Euro auf seinem Konto gelandet sei.

Personal Ausweis von Suljo Vosseler [7]

Personal Ausweis von Suljo Vosseler

So langsam wurde ich nachdenklich. Suljo war am Telefon zwar schwer zu verstehen, weil er undeutlich spricht und sich oft verhaspelt, aber dennoch kann ich sagen, dass er stets freundlich war. Zudem hatte ich seine Ausweiskopie; zwar nicht die Adresse, denn die steht ja auf der Rückseite, aber immerhin die Ausweisnummer. Nun erschien mir weiterhin ein Aspekt seltsam: Bevor ich ihn selbst am Telefon erreichen konnte, ging einmal seine Mailbox ran. Dort meldete er sich mit „Suljo Maric“ (keine Ahnung, ob man das so schreibt!).Zudem war die E-Mail von einer gewissen Alyna Behaderovic geschrieben worden, die angeblich seine Verlobte sei, wie er mir mitteilte.

Mein nächster Schritt war, ihn zu bitten, sich selbst seine Auszüge zu besorgen und mal einen Blick drauf zu werfen. Er bejahte wieder und ich ärgerte mich schon ein bisschen, da es mir jetzt schon stressiger wurde als ich wollte. Zudem war mir unverständlich, warum ich ihn darauf hinweisen musste, einmal selbst seinen Kontoauszug zu prüfen. Schließlich ist er erwachsen genug.

Als zwei Tage später eine SMS kam mit den Worten „Geld nicht da“, seufzte ich, sah nochmals auf meinem Konto nach und sah wieder keine Rückbuchung. Also rief ich ihn an. Er scheint sehr beschäftigt zu sein, denn das Handy ist nicht sehr oft an. Zudem hatte er nun eine andere Handynummer. Ich kam erst am Abend durch. Ich bat ihn, mir den Namen seines Bankberaters zu geben. Den wusste er leider nicht auswendig; er konnte ihn nach kurzem Überlegen jedoch aussprechen, mir aber nicht sagen, wie man ihn schreibt (schien kein eingängiger deutscher Name zu sein).

Als mittlerweile einige Tage rum waren, hatte ich die Nase schon halb voll. Ich wandte mich an meine Bank und veranlasste einen Nachverfolgungsauftrag. Am 04.11. bekam ich dann die Bestätigung einer Mitarbeiterin der Sparkasse Tuttlingen per Fax, dass das Guthaben ordnungsgemäß am 25.10.2011 gutgeschrieben worden sei.

Ergebnis des Nachverfolgungsauftrages [8]

Ergebnis des Nachverfolgungsauftrages

Mit dieser Bestätigung rief ich Suljo wieder an. Er entschuldigte sich und berief sich nur auf seinen Berater. Er selbst habe aufgrund Zeitmangels nie selbst nachsehen können und musste deshalb diesem vertrauen. Er meinte nun, dass er das iPad lossenden würde. Da es nicht für mich gedacht war, gab ich dem Verkäufer die Adresse des neuen Eigentümers und bat ihn, mir eine Sendungsnummer zu geben, nachdem er das Paket versandt hatte. Auch dieses Mal bestätigte er mir dies.

Das erste Paket, das nie ankam

Natürlich erhielt ich keine Sendungsnummer. Da er das Paket scheinbar per Express versendet hatte, sollte es innerhalb kürzester Zeit da sein. Ich wartete also, schrieb ihm aber erneut, dass er mir noch die Sendungsnummer schuldete. Stattdessen bekam ich vier Tage später die Nachricht, das Paket sei zurückgekommen, da niemand bei Anlieferung angetroffen wurde. Seltsam. Versucht die Post es nicht mehrere Male und hinterlässt eine Benachrichtigung? Laut neuem Eigentümer war weder eine Benachrichtigung noch sonst eine Nachricht der Post oder eines Nachbars vorhanden.

Mittlerweile war es nur noch eine Last. Ich wollte eigentlich nur noch Ruhe.

Das Treffen, das nie zustande kam

Ich meldete mich nochmals bei ihm und schlug ihm vor, dass wir das Ganze jetzt persönlich regeln sollten. Er hatte nichts dagegen und schlug vor, zu mir zu kommen, anschließend könnten wir ja noch was essen gehen. „Lustiger Kerl“, dachte ich. Er würde mich zwecks eines Termins am kommenden Tag bis 14 Uhr anrufen. Der Anruf kam nicht, und kurz vor zwei rief ich ihn an. Sein Handy meldete Unerreichbarkeit.

Als der Termin verstrichen war, sprachen wir erst am nächsten Tag wieder miteinander. Leider war er nun schon so ausgebucht, dass ein Treffen nicht mehr möglich sei. Auf mein Fragen wich er jedenfalls ständig aus.

Mein Besuch bei ihm, der nie stattfand

Nun kam es so, dass ich am Wochenende des 13.11. in seiner Nähe war. Als ich ihm mitteilte, ich wolle das Gerät abholen, war er wieder stark verhindert, da er am Samstag davor seine standesamtliche Hochzeit hatte und nun zu Tisch sei. Es war 22.00 Uhr. So langsam wurde es mir zu blöd und ich konfrontierte ihn mit dem Verdacht des Betrugs.

Er wurde wieder bockig und meinte, ich könne doch zur Polizei gehen, wenn ich wolle. Er habe alles richtig gemacht und betrüge niemanden, da er Moslem sei und sein Glaube ihm Lug und Betrug verbiete. Herrlich, wie jetzt sogar seine Religion herhalten musste.

Das iPad 2 erhielt ich an diesem Abend also nicht mehr. Weil ich mich genug aufgeregt hatte, liess ich die Sache erst einmal über Nacht ruhen.

Als ich auf einem Städtetrup in Berlin war, meldete ich mich nochmals bei ihm und gab ihm eine letzte Möglichkeit, mir das Gerät zuzusenden oder mir endgültig das Geld zurückzuschicken. Er entschied sich für den erneuten Versand.

Ich sagte ihm also, er solle es bitte nochmals versenden, diesmal direkt an mich, und mir auf jeden Fall diesmal eine Sendungsnummer geben. Wiederum war er am Telefon freundlich und offen und bestätigte mir meinen Wunsch klar, aber undeutlich.

Nun liess ich nicht mehr locker. Ich fragte jeden Tag an, ob er schon versendet habe. Zwei Tage später erhielt ich ein „Ja“. Wo denn dann die Sendungsnummer sei, wollte ich wissen. Er würde mir diese am Abend zustellen, versicherte er mir. Was er mir dann zustellte, war das:

Ob Ihr’s mir glaubt oder nicht, ich musste jetzt echt lachen. Ich fragte ihn klipp und klar, ob er mich verarschen wolle. Erst nach fünf mal Nachfragen sendete er mir dann folgendes:

Was ich denn mit der Nummer anfangen solle, wollte ich von ihm wissen. Er meinte, es tue ihm leid, etwas anderes habe er nicht bekommen. Ich wollte wissen, warum er mir nicht den ganzen Zettel mit dem Datum geschickt habe sondern nur den unteren Teil. „Das war der Ganze“, schrieb er.

Mein Verbrauch an  SMS war inzwischen deutlich höher als in den letzten 6 Monaten zusammen. Ich lud ihn deswegen ein, anstatt über SMS lieber die kostenlose Variante WhatsApp zu nutzen. Er ging wieder darauf ein.

Und mir blieb wieder nichts übrig als zu warten.

Das zweite Paket, das nie ankam

Seine Adresse, fälschlicherweise erhalten [11]

Seine Adresse, fälschlicherweise erhalten

Und wie Ihr bereits vermutet – kam kein iPad. Ich rief also an und fragte, was los sei. Er wisse es auch nicht, habe aber auch langsam keine Lust mehr. Ja, er wurde sogar ungehalten darüber, dass ich ihn so nerve. Er wollte die ganze Sache nun an einen Freund abgeben, damit der sich mit mir unterhalte, tat es dann aber doch nicht.

Stattdessen bekam ich über WhatsApp seinen Standort geschickt. Fälschlicherweise, denn der war  nicht für mich gedacht. Jetzt hatte ich neben seinem Ausweis, seinen Kontodaten und dem Namen seiner Verlobten (oder auch nicht, wer weiß das schon), seine Adresse.

Ich fragte mich hier wirklich, ob ich einen einen Betrüger geraten sei. Schließlich war er fast immer ehrlich und zuvorkommend. Ja, er kam mir nicht wie ein Betrüger vor, sondern einfach nur selten doof und nicht imstande, einen Postversand auf die Reihe zu kriegen.

Die Rückerstattung, die nie ankam

Da ich sah, dass ich das iPad immer noch nicht hatte, drängte ich ihn dazu, mir das Geld zurückzusenden. Per SMS – diesmal wieder von einer neuen Nummer, also schon die Dritte – teilte er mir mit, er habe das Geld am Mittwoch, den 23.11. überwiesen. „Okay“, dachte ich, „dauert 2 Tage und dann ist es da und ich hab endlich meine Ruhe“.

Pustekuchen. Heute ist Montag, und nichts ist angekommen.

Jetzt bin ich am Zug

Habe ihn heute natürlich wieder mit dem Sachverhalt konfrontiert. Zuvor jedoch habe ich den gesamten Tatherlauf dokumentiert und alle Mails, das Quoka-Inserat, sein Ausweisbild, die Bankbestätigung usw. ausgedruckt und für meinen Anwalt fertig gemacht.

Er redete sich wieder heraus, ermutigte mich sogar, zur Polizei zu gehen. Ich solle denen seine Nummer geben, er regelt das. Ich fragte ihn, ob er seine Ehe wirklich mit so viel Stress beginnen wollte. Denn ich gebe ihm jetzt noch eine allerletzte Chance. Wenn ich bis Mittwoch keinen Geldeingang sehen würde, lasse ich ab dann alles über meinen Anwalt regeln. Dann hätte er noch weniger Zeit als bisher schon. Ihm war das gleich.

iPad anderweitig verkauft

Im gleichen Satz teilte er mir mit, wie problemlos der Verkauf des iPads mit einem anderen Kunden verlaufen sei. Ich wurde laut:“ Wie bitte? Du hast MEIN iPad an jemand anderen verkauft?“ -„Ja, nachdem du gesagt hattest dass du dein Geld zurück willst habe ich es verkauft.“ Ich schlug mir die Hand vor den Kopf. „Und du sagst mir nichts davon, dass das iPad scheinbar wieder zu dir zurückgekommen ist, nachdem du es an mich gesendet hast?“ Keine Antwort. Bis jetzt nicht.

Und nun heißt es: Gedulden bis Mittwoch. Im Gegensatz zu den Menschen um mich herum stufe ich ihn noch immer nicht als Betrüger ein, sondern als Menschen, der nichts auf die Reihe kriegt. Wie er die Quoka-Anzeige geschaltet hat, weiß ich nicht. Ich hoffe, seine Frau hat die Hosen an, sonst sehe ich schwarz…

Wie immer, halte ich euch hier auf dem Laufenden. Sobald der Anwalt eingeschaltet ist, geht das Ding in die nächste Runde. Heißt für mich: Wieder was dazugelernt.


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[1] Update 03.09.2016 - Die Wiedergutmachung!?: #945_1

[2] Update 04.07.2012 - Im Gericht: #945_2

[3] Update 10.03.2012 - Die Drohungen: #945_3

[4] Black Jackets: http://de.wikipedia.org/wiki/Black_Jackets

[5] das Brautkleid, das an eine Pastorin in Nigeria gesendet werden sollte: https://planetshaker.de/die-pastorin-und-das-brautkleid-betrug-bei-quoka-und-ebay-kleinanzeigen/

[6] Bild: https://planetshaker.de/wp-content/uploads/2014/11/1.png

[7] Bild: https://planetshaker.de/wp-content/uploads/2014/11/lichtbild-2.jpg

[8] Bild: https://planetshaker.de/wp-content/uploads/2014/11/ueberweisung.jpg

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