Wie viele Stürme hält dein Leben aus, bis du zusammenbrichst?

geschrieben von Albert Brückmann am 25. August 2014 in Gedanken | Druck-Ansicht | Präsentation

Seit dem Selbstmord von Robin Williams sind nun ein paar Tage vergangen…. und als ich meinen kleinen Sohn heute ins Bett brachte, saß ich mit ihm auf dem Schoß noch ein wenig selbst im Bett und habe ihm zur Beruhigung ein paar Lieder vorgesungen. Es war einfach einer dieser Tage, die man getrost aus dem Kalender streichen könnte. Schon am Morgen hatte mich ein Brief vom Finanzamt geschockt, dann kam eine Rechnung, die ich in der Höhe nicht erwartet hatte, anschließend gab es etwas Stress im Geschäft und zum Ende hat sich der Sohnemann den Kopf so angestoßen, dass wir die Wunde im Krankenhaus kleben mussten. Zwischendrin hörte Johnny, der Ältere, einfach nicht auf zu reden und zu reden (das ist so sein Ding) – und irgendwann dreht man schier durch.

Ja, und da saß ich nun auf dem Bett und habe dem verarzteten Bengel etwas vorgesungen und gemerkt, wie es mich selbst beruhigt hat.

Irgendwann kam ich zum Lied:

Der Kluge baut sein Haus auf Felsengrund… und der Regen kam herab… Der Regen kam und die Flut stieg auf… doch das Haus auf dem Fels blieb stehn. Ein Narr aber hat auf Sand gebaut… und der Regen kam herab… Der Regen kam und die Flut stieg auf… und das Haus auf dem Sand fiel um.

Ich weiß nicht wieso, aber aus heiterem Himmel musste ich an meinen eigenen Tag und dann an Robin Williams [1] denken. Wo war da der Zusammenhang? Jesus hatte diese Geschichte mal erzählt und am Ende hinzugefügt, dass der Einsturz des Hauses vom Narren gewaltig gewesen sei. Wahrscheinlich ist er und seine Familie dort auch ums Leben gekommen.

Mein Tag heute war nicht so krass, dass ich mir deswegen das Leben nehmen würde – nicht mal annähernd. Aber ich verstehe solche Menschen immer mehr, denen solche Tage Schritt für Schritt folgen, bis sie in Depressionen und Zukunftsängste verfallen. Bis sie irgendwann keinen Sinn mehr in allem sehen – egal wie beliebt, bekannt und reich sie waren.

Was dann alleine noch zählt, ist ein fester Untergrund. Den kann man sich nicht mehr nachträglich „dazu bauen“. Der muss von Anfang an geplant sein oder zumindest in guter Verfassung hinzugefügt werden, sonst steht das ganze Konstrukt des Lebenshauses auf wackligen Beinen, wenn der Sturm beginnt. Dann muss der Regen einige Zeit lang nur richtig kräftig runterkommen und der Wind stark genug rütteln, um ein „Haus auf Sand“ zum Einsturz zu bringen.

Bei manchen Menschen reicht schon wenig Druck aus, bis sie an den Rand der Verzweiflung kommen. Andere scheinen die härtesten Tiefschläge wegzustecken, werden mit den krassesten Situationen und Diagnosen fertig – aber auch nur eine Zeit lang. Das Leben versteht es halt, uns bis ins hohe Alter zu erziehen.

Ich bin froh, mit Jesus ein festes Fundament zu haben. Sicherlich habe ich noch nicht  alles erlebt, was andere durchmachen mussten, und vielleicht wird mein Glaube auch noch auf harte Proben gestellt werden. Aber zumindest zum jetzigen Zeitpunkt bin ich fest von zwei Tatsachen überzeugt, die für mein Leben gelten:

  1. Ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand
  2. Wenn ich mich in Situationen befinde, die aussichtslos erscheinen, oder wenn ich mit Menschen zu tun habe, die mir in irgendeiner Weise nachstellen, weiß ich dass ich weder Menschen noch Situationen ausgeliefert bin, sondern dass der Herr über alles das letzte Wort behält. Und „das letzte Wort“ kann auch nach dem Tod gesprochen werden.

Ich wünschte mir, mehr Menschen würden in guten Zeiten in ihr Fundament investieren. Robin Williams war nicht weit davon entfernt, so habe ich es zumindest gelesen – und dennoch war das Gewitter stärker, als sein Fundament es war. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass Christen trotz einem felsigen Untergrund nicht zusammenbrechen können – weit gefehlt (Ich denke gerade an den Sohn von einem der bekanntesten Pastoren weltweit, Rick Warren, der sich letztes Jahr ebenfalls das Leben nahm und so mit 26 Jahren starb).

Ein schöner Vers aus Römer 8,28 kommt mir gerade auch noch ins Gedächtnis:

Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten (/zum Guten) derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen.

Mit „alles“ meint der Apostel Paulus wirklich alles. Also auch die Dinge, die uns zunächst schlecht erscheinen. Mögen wir verstehen, dass das so ist, wenn wir uns direkt im Auge des Sturms befinden…

 


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