Zusammenfassung: Was steht eigentlich im Koran (und wo steht es)?

Als vor einiger Zeit Salafisten den Koran verteilt haben, wollte ich es wissen: Was steht eigentlich drin? (Und was steht in der Bibel?)

Während sich im Laufe der muslimischen Auslegungsgeschichte eine relativ einheitliche Deutung des Textes ergeben hat, gehen Muslime heute recht unterschiedlich mit dem Koran um: Manche wollen nur noch die religiös unbedenklichen und ethisch vertretbaren Texte gelten lassen. Die meisten glauben zwar, dass der gesamte Koraninhalt dem Willen Allahs entspricht, wollen aber für problematische Bestimmungen „pragmatische“ Lösungen finden. Die fundamentalistisch denkenden Muslime fordern dagegen, den Korantext auch in der heutigen Zeit wortwörtlich anzuwenden.

Nicht anders übrigens als viele Christen. Die meisten deutschen Christen wissen heutzutage kaum noch über die Heilige Schrift Bescheid und kennen ihren Inhalt nicht. Wie im Islam gibt es auch bei uns Christen, die liberal denken und das Wort Gottes nicht wörtlich verstehen (wollen). Eine Diskussion auf biblischer Ebene ist deshalb auch nicht möglich, nicht einmal unter Christen. Beginnt man diese Diskussion dann doch, wird man schnell belächelt.

Wer seine Bibel nicht kennt, ist dabei schnell Opfer von Überzeugungsversuchen und kann seinen Glauben nicht verteidigen. Das kann man aber genauso gut über Muslime sagen. Wie erstaunt war ich zum Beispiel, als ich zum ersten Mal den deutschen Moslem Pierre Vogel sprechen hörte. Er kennt sich nicht nur im Koran sondern auch sagenhaft in der Bibel aus, die er gut zu verdrehen versteht, wenn er sie widerlegen möchte.

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Zur Zeit der Verteilung des Koran brachte idea Spektrum einen 3-seitigen Artikel zum Thema heraus, den ich hier eingebettet habe. Er macht kurz und knapp klar, worum es im Koran geht, wie er aufgebaut ist, worauf der Inhalt Wert legt. Deutlich wird vor allem, dass es ein gänzlich anderes literarisches Werk ist als die Bibel, die nicht nur von einer einzigen Person verfasst wurde. Richtig: Die Bibel wurde von 40 verschiedenen Menschen geschrieben, die in einer Zeitspanne von 4000 Jahren lebten. Von ihrer Art her hätten sie dabei unterschiedlicher nicht sein können – egal ob Fischer, Propheten, Hirten oder Könige, alle folgen in den Büchern, die zusammengefasst als „Die Bibel“ gilt, einem roten Faden: Gott schafft die Erlösung durch seinen Sohn Jesus Christus, als Geschenk und frei von eigenen Verdiensten. Dies können Muslime natürlich nicht akzeptieren, denn Gott hat nach der Auffassung Mohammeds keinen Sohn, und Jesus ist auch nicht am Kreuz gestorben. Ihnen und vielen anderen Religionen ist das Wort vom Kreuz eine Torheit, wie Paulus es beschreibt:

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden ist’s eine Gotteskraft. (1. Korinther 1,18)

Nur ein Weg

In diesem Hinblick könnte der Islam und das Christentum also nicht verschiedener sein. Jeder ehrliche Muslim und jeder Christ wird also offen sagen, dass Allah nicht der Gott des Christentums sein kann, da zwei völlig verschiedene Forderungen gestellt werden: Im Islam kann man durch gute Taten die Barmherzigkeit Gottes erlangen – dennoch bleibt die Entscheidung  auf den Himmel bei Allah. Man darf nicht glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist und deshalb fähig, Sünden zu vergeben, weil man sonst verdammt ist.

Im Christentum dagegen kann man durch gute Taten nicht in den Himmel kommen, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus als persönlichen Erretter. Wer dies jedoch tut, hat den Himmel bereits garantiert und muss nicht auf Gottes Entscheidung beim Gericht warten.

Man kann folglich nicht beiden Forderungen gleichzeitig gerecht werden und muss sich deshalb für einen Weg entscheiden – was zum Schluss bedeutet, dass nur ein Weg der richtige ist. Das hat weder etwas mit Begrenzung göttlicher Macht zu tun noch mit eigenen guten Werken, sondern einfach mit den Wegen, die beide Religionen zum Himmel weisen.

Die Frage die im Raum steht, ist: Auf welchen Weg verlasse ich mich? Auf den der Werksgerechtigkeit oder auf den Weg des Glaubens und Vertrauens?

PDF: Ausgabe von idea Spektrum 17/2012

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2 Kommentare

  1. Shlomo Rooth

    Oy vey, sie haben die Juden vergessen….