Was eine Mutter kann

Übermorgen ist Muttertag. Und da ich diesmal in unserer Gemeinde, der FeBg Mosbach, mit der Ansprache dran bin, habe ich meine Predigt einfach mal vorher in mein Blog geschrieben. Wenn Gott will und wenn wir leben, werde ich darüber sprechen, welch riesige Auswirkungen der Dienst einer Mutter zuhause haben kann:

Predigttext: 2. Kö 22,1+2:

Josia war acht Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 31 Jahre lang in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Jedida, eine Tochter Adajas von Bozkat. Und er tat, was recht war in den Augen des Herrn, und wandelte in allen Wegen seines Vaters David, und wich nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken.

Wir befinden uns in dieser Geschichte in einer Zeit, als Israel voller Götzendienst steckt und abscheuliche Taten gegen Gott verübt werden. Hier lesen wir von einer Frau namens „Jedida“. Ihr Name bedeutet die Geliebte, also so etwas wie „Schätzchen, Zuckerschnute, Mausilein“ oder was euch sinngemäß noch so einfällt.

Jedida war die Ehefrau eines grausamen Mannes, der Amon hieß und der zu der Zeit König von Juda, einem Teil Israels, war. König Amon war der Sohn von König Manasse, und der wiederum war wohl einer der allerschlimmsten Sünder, den diese Welt je gesehen hat. Jemand hat einmal eine ganze Predigt über den König Manasse abgehalten und anhand seiner abscheulichen Taten aufgezeigt, dass er wirklich der schlimmste Mensch war, der je gelebt hat.

 

König Manasse hat fürchterliche Dinge getan, die man im Kapitel davor lesen kann:

  • Er wiederholte alle Greueltaten der Heiden, die Gott aus ihren Ländern vertrieben hatte
  • Er baute Gebetshöhen für Dämonen wieder auf, die sein eigener Vater vorher zerstört hatte
  • Er stellte dem Baal, also dem Satan, Altäre zur Anbetung hin
  • Er übernahm das Götzenbild der Aschera, die für alle Unmoral steht, und machte ihr ein Bildnis im Tempel Gottes. (Man hat viele Inschriften und Tontafeln gefunden, aus denen hervorgeht, dass die Menschen damals so weit gingen, diesen Götzen als die Frau oder die Gefährtin Gottes anzusehen. Man verehrte also Gott und seine Frau, Aschera (die das genaue Gegenteil von Gottes Heiligkeit ist))
  • Manasse betete das gesamte Heer des Himmels an. Was ist das Heer des Himmels? Nein, es sind nicht die physischen Sterne, Mond und die Sonne, sondern in diesem Kontext meint die Bibel alle Engel des Satans
  • Er schickte seinen Sohn, wahrscheinlich den Amon, durchs Feuer, d.h. der Junge musste solche Opfer wegen seinem Vater durchmachen
  • Er betrieb Zauberei, schwarze Magie, Zeichendeuterei
  • Manasse brachte so viele unschuldige Menschen um, dass die Bibel sagt, Jerusalem war von einen Ende bis zum anderen voll von deren Blut
  • Hieronymus, einer der ersten Bibel-Zusammenfasser, überliefert, wie König Manasse einen uns sehr bekannten Propheten umgebracht hat: Jesaja. Jesaja wurde lebendig in einem hohlen Baumstumpf zersägt

Das war die Grausamkeit Manasses.

Manasse wird dann in Kriegsgefangenschaft geführt und dort demütigt er sich vor Gott und bekehrt sich. Er darf sogar wieder zurück in seine Heimat und tut dort alles weg, außer den Gebets- und Opferhöhen. Gott hat sich trotz der üblen Taten dieses Mannes erweichen lassen. Unverständliche Gnade.

Manasse stirbt – und wir sind wieder bei Jedidas Ehemann, König Amon. Hat Amon aus den Taten seines Vaters gelernt? Nein. Die Bibel sagt, er tat, was böse ist in den Augen des Herrn, wie sein Vater Manasse damals.

Kurzum: Es gibt einen Putsch, die Knechte von Amon bringen ihn nach nur 2 Jahren im Alter von 24 Jahren um. Und wer wird König? Sein 8 Jahre alter Sohn Josia. Interessant hier zu sehen, dass Amon den Josia im Alter von 16 Jahren bekommen hat. Selbst noch ein Kind, setzt er ein Kind in die Welt. Aber natürlich braucht es für ein Kind immer zwei, und deswegen ist Jedida da, und die ist wohl nicht älter als er.

Jedida, das liebe Mäuschen, ist die Tochter von Adaja. Adaja’s Name bedeutet „Gott ist schön“ und im Namens-Lexikon ist zu lesen, dass er ein Priester Gottes war.

Dieser böse König Amon hat sich also einfach das gläubige Mädchen ausgesucht und es sich zur Frau genommen. Da Frauen damals keine andere Wahl hatten, musste sie diese Ehe eingehen und hinnehmen. Und was macht Jedida, vielleicht genauso alt wie Amon? Schwanger mit 15, bekommt das Kind mit 16 – und dann? Dann erzieht sie es nach Gottes Maßstäben. Nach den Maßstäben, nach denen auch sie in ihrem Vaterhaus erzogen wurde.

mutter-und-kindWir lesen eigentlich überhaupt nichts von Jedida, aber das Resultat, das sich in Josias Handeln zeigt, sagt so viel darüber aus, was Jedida zuhause getan hat! Ihr Dienst, den sie zuhause als Mutter gemacht hatte, hatte scheinbar keinerlei Bedeutung. Sie war „nur“ Mutter! Keinerlei Karrierepläne, auch wenn sie die Frau des Königs war.

Vielleicht fühlst du dich ab und zu auch so, liebe Mutter: Den langweiligen Haushalt machen, ständig Kochen, Putzen, von den Kindern genervt werden, das Taxi spielen und immer für alle da sein. Keinerlei Aussicht auf größeren Erfolg im Leben. Die vier Wände zuhause sind dein Gefängnis…!

Der unscheinbare Dienst, den Jedida da getan hatte, bekam mit einem Schlag größte politische Bedeutung für das ganze Land. Über Nacht war sie Witwe und ihr kleiner Sohn wurde König! Und was für ein König? Wie sein Großvater? Wie sein Vater?

Nein! Wir lesen über ihn etwas, dass man im Buch der Könige sonst eigentlich fast nie sieht: „Er tat was recht war in Gottes Augen…

Von wem hatte er das denn? Von seinem Opa? Nein! Von seinem Vater? Nein!

Josia lebte nach Gottes Maßstäben, weil er acht Jahre lang von seiner einer Frau erzogen wurde, die in ihrem Inneren die feste Überzeugung hatte, dass der Weg Gottes der einzig richtige Weg ist, egal was die Menschen um sie herum getan haben, was gerade modisch war und was gerade als richtig oder falsch angesehen wurde. Jedida war eine gläubige Frau mit Profil, und durch ihren Dienst wurde das ganze Land verändert.

So macht Gott das eigentlich immer: Durch schlichte Persönlichkeiten will er Veränderungen im ganzen Land schaffen. Das geht aber nur, wenn wir auch im Kleinen treu sind und alle Aufgaben, die wir momentan haben, mit einem „Ewigkeitsblick“ tun – mit dem Wissen, dass sie eines Tages Frucht bringen werden.

Wie ist das bei dir, liebe Mutter? So vieles hängt von deinem Dienst ab! Du formst nicht nur deine Kinder, sondern du formst damit auch die, die mit deinen Kindern in Berührung kommen! Durch deinen Dienst können sogar deine Enkel noch geformt werden, und schnell kann es passieren, dass alles, was du tust, sich auf hunderte, ja tausende Menschen und mehr (!) auswirken kann. Ist dir bewusst, wie viel du bewirken kannst, indem du einfach „nur“ Mutter bist?

Und natürlich gilt das auch für Väter. Das Land braucht wieder Väter mit Profil, Männer, die vorangehen und ihre Familien gut vorstehen. Keine Weicheier und Waschlappen, sondern in der Bibel gegründete, aufrichtige Typen, die für das einstehen, woran sie glauben, egal was die Welt um sie herum erzählt und ihnen weismachen will. Väter, die treu für ihre Familien da sind.

Was ist mit dir? Wirst du sein wie ein Manasse, ein Amon? Oder wie eine Jedida?

Vielleicht fühlt sich dein Dienst zuhause oder an dem Platz, an dem du bist, nicht besonders geschätzt an, vielleicht fühlst du dich zu unbedeutend und unwichtig? Gerade dann bist du in bester Form für Gott. Habe Profil! Lass dir von niemandem deinen Kontakt mit dem Herrn zerstören. Verbringe Zeit im Gebet und im Bibellesen und gib das gelernte weiter, so gut du kannst. Damit wirst du ein wichtiges Bindeglied in der Kette einer Generation sein, von denen Gottes Wort sagt: „Und sie tat, was recht in den Augen Gottes war.“ Oder: „Er wandelte in allen Wegen Gottes, und wich nicht ab weder zur Rechten, noch zur Linken“.

Hier die MP3 zur Predigt:

Amen!

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