„Den Himmel gibt’s echt“- Von einem 4-Jährigen mit einer Nahtod-Erfahrung

Wie vertrauenswürdig sind Menschen, die von Nahtod-Erfahrungen sprechen? Es gibt durchaus viele, die sagen, sie wären während einer Operation oder einem anderen Zwischenfall außerhalb ihres Körpers gewesen. Einige davon sagen, sie hätten Dinge gesehen, von denen andere anschließend behaupten, dass es physisch gar nicht möglich sei, dass diese Person davon wissen könne. Klar, dass solche mystischen Themen Dauerbrenner sind, weil sie die Neugier der Menschen beflügeln: Was kommt nach dem Tod? Gibt’s da wirklich etwas, oder ist der Himmel, um es in Stephen Hawking’s Worten zu sagen, ein Märchen für Leute, die Angst vor der Dunkelheit haben?

Mir fällt das „Glauben“ nicht leicht. Auch wegen meiner Erziehung bin ich jemand, der sehr schnell skeptisch mit allen möglichen Informationen umgeht – mein Vater ist einfach ein vorsichtiger Mann, der diese Vorsicht an uns weitergegeben hat und immer noch tut. Und dennoch glaube ich an den Gott der Bibel und an alles, was in der Bibel berichtet und vorhergesagt wird. Wenn es um Nahtod-Erfahrungen geht, schwingt bei mir jedoch immer das dumpfe Gefühl mit, die Person, die vorgibt, eine solche erlebt zu haben, habe bestimmte Gründe, diese Geschichte zu erzählen. Geld, Ansehen, egal was es sein mag.

Ich bin ein Fan von Hörbüchern und habe mich dafür vor einiger Zeit bei Audible angemeldet. In meinem Audible Abo erhalte ich jeden Monat ein Hörbuch meiner Wahl. Meistens lasse ich mir richtig lange Schmöker vorlesen, ab 25 Stunden aufwärts. Da das aber auf die Dauer anstrengend sein kann, entschied ich mich vor zwei Monaten für das 4,5 Stunden lange „Den Himmel gibt’s echt“ und beließ es für die Zeit bis vor einer Woche in meiner Bibliothek. Auf einer Autofahrt startete ich die Vorlesung dann – und wurde in den Bann der Geschichte gezogen.

Kurz gesagt geht es um einen 4-jährigen Jungen, der während einer Blinddarm-OP seinen Körper verlässt und sich selbst von oben sieht, seine Eltern danach und dann eine Zeit lang bei Jesus im Himmel ist. Erst vier Monate nach der OP fängt er an, in einer Art Salami-Taktik von seinen Erlebnissen zu erzählen. Seine Eltern nehmen das zunächst lächelnd hin, bis er ihnen von Dingen erzählt, die er gar nicht wissen kann, weil er zu dem Zeitpunkt, als sie passierten, im OP unter Vollnarkose lag.

Im Verlauf der Geschichte berichtet er darüber, wie Jesus aussieht und dass er „Marker“ hat (Ich verrate jetzt nicht, was das bedeutet), dass die Menschen im Himmel Flügel besitzen und dass er sogar den Opa seinen Vaters kennengelernt hat. Er spricht mit seiner Mutter über seine ältere Schwester, die noch während der Schwangerschaft gestorben ist und von der niemand wusste, dass es ein Mädchen werden würde. Viele weitere Einzelheiten kommen aus Colton Burpo im Lauf der Erzählung hervor.

Nachdem ich mehr als die Hälfte gehört hatte, wurde es, zugegeben, etwas viel, und meine Skepsis kam wieder hoch. Es klang an manchen Stellen wie eine „nacherzählte“ Geschichte, weil sie sich durchgehend mit dem deckt, was wir über den Himmel und die biblischen Personen in der Bibel lesen können. Um etwas Abstand zu gewinnen, las ich mir einige Amazon-Rezensionen durch; vor allem die 1-Stern Rezensionen interessierten mich. Aus den Meinungen der enttäuschten Leser kam immer ein bestimmter Grundgedanke heraus: Der Junge wurde in der Sonntagsschule gut trainiert und kann deshalb nur Dinge sagen, die er aus der Bibel kennt. Zumal sei es ja höchst ironisch, dass der Himmel nach Colton’s Erzählungen genauso aussieht wie es in der Bibel beschrieben werde – und damit sei das ganze Thema unglaubwürdig.

Auch ich selbst musste mich bei einem bestimmten Gedanken erwischen: „Glaube ich so wenig, dass mir der Junge mit seinen Erzählungen zu überdrüssig wird?“ Natürlich glaube ich und bin mir sicher, dass der Himmel existiert, aber so real, so klar und dabei so einfach sehe ich ihn selten. Und wenn jemand dann nur noch darüber spricht, winkt man schnell ab. Auch Coltons Eltern ging das scheinbar irgendwann auf den Senkel.

Jesus, wie Colton Burpo und ein weiteres Mädchen ihn beschreiben

Jesus, wie Colton Burpo und ein weiteres Mädchen ihn beschreiben

Nachdem ich das Buch aber hatte zwei Tage ruhen lassen, wirkten die Erlebnisse von Colton auf mich sehr ermutigend. Noch mehr, als ich las, dass Coltons Vater sich auf die Suche nach anderen Kindern gemacht hatte, die dasselbe wie sein Sohn erlebt hatten und wirklich ein Mädchen gefunden hat, die auch sagte, sie habe Jesus in einem Nahtod-Erlebnis gesehen. Das Erstaunliche daran ist, dass sie die Tochter von atheistischen Eltern ist und dann damit begann ihn immer wieder zu zeichnen und anschließend zu malen. Als man Colton dieses Bild zeigte, war er wiederum verblüfft: Bei unzähligen Bildern, auf denen irgendwelche Künstler Jesus abgebildet hatten, schüttelte er immer wieder den Kopf und sagte „Nein, so sieht er nicht aus.“ oder „Nein, das ist er nicht.“ Bei diesem einen Bild konnte er jedoch zustimmen: „Ja, das ist er, so sieht er aus“.

Obwohl mich das Aussehen von Jesus eher zweitrangig beschäftigt, habe ich eine tiefe Freude dabei, ihn eines Tages selbst zu sehen und in seine liebevollen Augen zu blicken. „Das erste, dass ich seh‘, soll Jesus sein!“

Ich bin mit dem Buch noch nicht ganz durch. Vielleicht werde ich weitere Gedanken dazu verfassen, wenn ich es geschafft habe. In den USA ist es ein Bestseller geworden, der selbst nach vier Jahren immer noch weit oben angesiedelt ist. Selbst Gegenüberstellungen zwischen dem kleinen Colton und einem der klügsten Menschen, Stephen Hawking, konnte dem nichts anhaben – ganz im Gegenteil. Colton’s Reaktion kam aus völliger Ruhe: „Ich kann glauben, was ich glaube, wenn er nicht daran glaubt, – okay!“

Mein Fazit dabei ist: Jeder weiß, dass man mit Geschichten über Nahtod-Erfahrungen Geld verdienen kann, wenn man einen guten Ruf hat und es glaubwürdig herüberbringt. Umso mehr Geld verdienen kann man, wenn man einen kleinen Sohn hat, dem das passiert ist, und von dem sich die Leute einfach nicht vorstellen können, dass er es des Geldes wegen macht oder weil er eine blühende Phantasie hat. Aber ich glaube Colton. Erstens, weil ich ihn auch in allen Videos für glaubwürdig halte und zweitens, weil ich die Bibel für noch viel glaubwürdiger halte. Vor allem glaubwürdiger als Wissenschaftler, die hoffnungslos versuchen, überirdische Dinge messbar nachweisen oder verleugnen zu wollen.

Manche gehen sogar so weit, ein solches Erlebnis als dämonisch zu verurteilen. Das kommt meines Erachtens nach nur dann in Frage, wenn das Erlebnis vom Glauben wegbringen und Jesus verleugnen soll. Das ist hier jedoch nicht der Fall – deswegen teile ich diese Meinung nicht.

Macht euch selbst ein Bild. Das Buch gibt es in jedem Buchladen, der Film wird am 6.11.2014 in unsere Kinos kommen – hier der Trailer:

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