König Asa und Hanani

Stress? Burnout? Wie sieht es mit deinem Gottvertrauen aus?

Gerade habe ich eine interessante Geschichte über Stress, Burnout und Gottvertrauen gelesen. Da ging es um den König Asa, der dritte König nach Salomo. Er regierte den kleineren Teil des gespaltenen Israels, nämlich Juda. Der größere Teil Israels wurde von seinem Feind Bascha regiert (Hier eine Übersicht aller Könige Israels).

Das Königreich von Israel und Juda

Asa war zu Beginn seiner Regierung gottesfürchtig, wie es uns in 2. Chronik 15 berichtet wird. Er ließ viele Götzen wegschaffen und reformierte den Glauben in Juda. Feierlich versprach er und das ganze Volk, Gott treu zu dienen. Selbst seine eigene Mutter ließ er absetzen, weil sie den Götzenkult im Land verbreitete. Die Bibel schreibt dann in Vers 15:

Begeistert suchten sie Gott und er ließ sich von Ihnen finden. Und der HERR schenkte ihnen ringsum Ruhe.

In 1. Könige 15,11 lesen wir sogar, dass König Asa Gott genauso liebte und nach den Geboten lebte, wie sein Vorgänger David es tat!

Alles super? Scheint so. Doch Asa wird älter, und so wird sein Gemüt verändert. Eines Tages wird sein Land von Bascha, dem König Israels angegriffen. Statt sich an Gott zu wenden, nimmt er die Schätze des Tempels und wendet sich an Ben-Hadad, den König von Syrien, um einen Vertrag mit ihm zu beschließen. Als Gegenleistung soll Ben-Hadad ihm Bascha vom Leib halten. Das tut dieser auch und greift Israels Städte an. Bascha muss zum Rückzug blasen und Asa ist beruhigt.

Die Botschaft von Gott an Asa: Wo ist dein Gottvertrauen?

Doch dann tritt der Prophet Hanani auf und teilt Asa eine Botschaft mit. Er ermahnt ihn:

»Weil du dein Vertrauen auf den König von Aram gesetzt hast statt auf den Herrn, deinen Gott, konntest du das Heer des Königs von Aram nicht besiegen. Erinnere dich an das riesige Heer der Kuschiter und Libyer mit all ihren Streitwagen und Reitern! Damals hast du dich auf den Herrn verlassen, und er hat sie in deine Hände gegeben. Die Augen des Herrn blicken über die ganze Erde, um die zu stärken, deren Herzen ganz ihm gehören. Du hast dich töricht verhalten. Von jetzt an wirst du Krieg führen müssen.«

Asa wird wütend und wirft Hanani wegen dieser Botschaft ins Gefängnis. Ab dem Zeitpunkt beginnt er auch, andere Landsleute zu unterdrücken. Als er nach einiger Zeit schwer krank wird, berichtet die Bibel, dass er selbst in diesem Zustand seinen Schwur von damals nicht selbst einhält, um den HERRN zu suchen. In seiner Krankheit sucht er nur bei Ärzten Rat und nicht bei Gott. 41 Jahre nach seinem Herrschaftsantritt stirbt er.

Kurz reflektiert: Was ist hier passiert? Ein junger König schwört Gott die Treue. Verflechtet Religion und Staat (was bei uns streng auseinandergehalten wird). Das ganze Volk freut sich über diesen Bund und folgt Gott begeistert nach. Sie haben lange Frieden und Ruhe. Zu lange?

Was macht das Leben mit uns?

Was macht das Leben mit uns, dass wir mit zunehmendem Alter lässiger werden? Geht es uns zu gut, sodass wir alleine durchs Leben kommen? Oder sind es die täglichen Sorgen, die Aufgaben und die Verpflichtungen, die uns davon abhalten, Gott zu suchen? Wahrscheinlich beides. Noch plagt uns das schlechte Gewissen, weil wir die Beziehung zu Jesus immer mehr schleifen lassen – wenn uns aber nach mehreren Jahren jemand darauf hinweist, reagieren alle etwas anders:

Der eine handelt klug und korrigiert sein Denken und Handeln, der andere wird sauer und will sich nichts sagen lassen. Asa war einer der zweiten Kategorie. Er hat es sich zu lange zu gut gehen lassen und den HERRN nicht mehr an erster Stelle gesetzt. Er hatte fast 600.000 Soldaten, denen er vertraute. Seine 14 Frauen brachten ihm 38 Kinder, auf die er sehr stolz war. Seine Erfolge im Krieg ließen ihn seine Bescheidenheit vergessen. Sein gesteigertes Interesse an der Politik brachte ihn dazu, mehr Wert auf die Meinung und Verbindungen seiner königlichen Kollegen zu setzen.

Ja, ich muss zugeben, solche Momente habe ich auch hin und wieder. Ich bin überwältigt, wie gut mir manche Dinge hin und wieder gelingen, dass ich sie mir selbst zuschreibe. Verse wie diese lassen mich dann aufhorchen. Und ich merke, wohin das führt: „Ab jetzt wirst du Krieg haben“. Was bedeutet das für mich?

Es ist, als ob Gott mir dadurch sagen will: „Du denkst, du schaffst es selbst? Dann wünsche ich dir viel Erfolg dabei“.

Oh – das passt nicht in dein Bild eines liebenden Gottes? Du denkst, dass er immer da ist, immer zu dir hält, was auch immer geschieht? Absolut, das glaube ich auch. Aber lass uns das Bild von einem liebenden Vater weiter denken. Ich weiß, dass er mich auch einmal Schritte gehen lassen muss, damit ich auf die Nase falle und wieder zu ihm zurückgehe, wenn ich zu weit gelaufen bin. Dieses Bild von einem liebenden Gott finde ich ausgewogener.

Die letzte Chance für Asa

Asa’s Herz war in dem Moment, als Hanani zu ihm kam, nicht mehr bereit für eine Umkehr. Sein Gottvertrauen war verschwunden. Er ließ sich nichts sagen. Stolz und hochmütig wirft er den Botschafter ins Gefängnis. Und Gott? Der hat ihn nicht aufgegeben. Die Krankheit, die er ihm zukommen lässt, sehe ich als letzten Ruf, als letzte Chance, die er Asa schenken will. Er will ihn vor die ultimative Entscheidung stellen: Was tust du, wenn du niemanden mehr hast, der dir helfen kann? Wohin wendest du dich, wenn Ärzte, Medizin und Therapien nicht mehr helfen? Und Asa entscheidet sich, indem er sich nicht an Gott wendet.

Borntout und Stress oder Gottvertrauen?

König Asa erkrankte an einem schweren Fußleiden (Quelle)

Diese Entscheidung steht jedem von uns bevor. Jeder von uns kann sich frei entscheiden, ob er zurück zum HERRN geht oder nicht. Die einen können dabei im größten Leid noch Frieden verspüren, während die anderen selbst kämpfen wollen und dabei sterben.

Und so ist die Prophezeiung Hanani’s Wahrheit geworden: Asa hat bis zuletzt selbst für sich gekämpft, anstatt den Heiler für sich kämpfen zu lassen.

Bildquelle: http://www.freebibleimages.org/illustrations/asa-baasha/